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Demenzerkrankungen

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Dissoziation

Als Dissoziation wird das Auseinanderfallen von normalerweise zusammenhängenden Funktionen bezeichnet. Bei einer Demenz wird dem Selbst («Ich-Erleben») durch die Zerstörung von Nervenzellen langsam der Boden entzogen. Das führt nicht nur zum Vergessen der autobiografischen Zusammenhänge (z.B. Alter oder erlernter Beruf). Die fortschreitende Krankheit führt auch zu einer Veränderung der eigenen Wahrnehmung und der eigenen Handlungen. Bei dissoziierten Gehirnfunktionen kann Erfahrung als gespeicherte Erinnerung zwar noch abgerufen, aber nicht mehr mit entsprechenden Handlungen der Gegenwart verknüpft werden. Die Menschen mit einer demenziellen Erkrankung wissen dann oft nicht, was sie tun sollen, und wirken in ihrem Verhalten zerrissen und verloren. Sie führen viele Tätigkeiten und übliche Handlungen scheinbar selbstständig aus, aber die Bewegungen wirken mechanisch, fremdbestimmt. Die Ziellosigkeit zeigt sich auch darin, dass die Menschen mit einer Demenzerkrankung bei jedem Schritt fragen, was sie nun machen sollen, und die Durchführung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL), also etwa sich waschen oder ankleiden, nicht mehr selbständig verrichten können. Die ATL's können zunehmend nur noch unter konkreter Anleitung und durch das Vorführen der entsprechenden Handlungen ausgeführt werden. Der Zustand der Dissoziation führt oft zu einer zu optimistischen Einschätzung der vorhandenen Ressourcen. Werden die Menschen mit einer demenziellen Erkrankung in ihren vorhandenen Kompetenzen überschätzt, können sie mit Verzweiflung, Wut oder Trotz reagieren.

Weiterführende Literatur
Held, C. (2017). Was ist «gute» Demenzpflege? Demenz als dissoziatives Erleben. Ein Praxishandbuch für Pflegende (2. Aufl.). Bern.

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