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Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

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Integrative aktivierende Alltagsgestaltung (IAA)

Das übergeordnete Ziel der integrativen aktivierenden Alltagsgestaltung (IAA) ist die bestmögliche Lebensqualität der Menschen in stationären und halbstationären Einrichtungen.

Das Ziel ist die Wahrung der Würde und der Wertschätzung durch den Einsatz entsprechender Massnahmen für Menschen mit oder ohne Behinderungen und einer Demenzerkrankung. Die integrative Aktivierung ist eingebettet in den Pflegealltag. Sie wird nicht als isoliertes therapeutisches Angebot verstanden, sondern ist im Zusammenspiel mit alltagsgestaltenden Angeboten ein wichtiger Faktor zur Erhaltung der individuellen Lebensqualität.

Die konkreten Massnahmen der integrativen aktivierenden Alltagsgestaltung beruhen auf drei grundsätzlichen Eckpfeilern: Lebenswelt, milieutherapeutischer Leitgedanke und Ressourcen-Defizit-Modell.

Gemäss dem Anspruch einer ganzheitlichen Pflege, Betreuung und Begleitung, geht es dabei auch um das bio-psychosoziale Element.  In jedem Schritt des Begleitungs- Betreuungs- und Pflegeprozesses  ist die integrative aktivierende Alltagsgestaltung einzubeziehen und umzusetzen. 

Die begleitende Alltagsgestaltung folgt dabei dem Strukturierungsmodell «Aktivitäten, Beziehungen und Existenzielle Erfahrungen des Lebens» (ABEDL) von Monika Krohwinkel (Krohwinkel, Prozesspflege 2013). Sie hat das Pflegemodell der 12 Aktivitäten des täglichen Lebens von Liliane Juchli um den für die aktivierende Alltagsgestaltung zentralen Bereich «Soziale Bereiche des Lebens sichern und Beziehungen gestalten können» erweitert.

>> Aktivierende Alltagsgestaltung: Eckpfeiler und Grundprinzipien

Aktivitäten und Beschäftigungen für Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz können ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse häufig nicht mehr ausdrücken und geltend machen. Das stellt hohe Anforderungen an die fachliche und menschliche Kompetenz des Personals. Ein wichtiger Orientierungspunkt für Aktivitäten und Beschäftigungen stellen Informationen aus der Biografiearbeit, das früheren Umfeld so wie auch der Lebensgestaltung der Menschen mit einer Demenzerkrankung dar.

Wird die individuelle Lebensgestaltung  und das Anliegen der Lebensqualitätskonzeption ernst genommen, muss immer wieder konkret herausgefunden werden, was aktuell guttut und wodurch Annahme, Vertrauen und Geborgenheit erlebt werden kann. Zudem sind die Aktivitätsangebote abhängig von den Einschränkungen der Gedächtnis- bzw. Gehirnleistung der  an Demenz erkrankten Menschen. Angebote sollen animieren und aktivieren, aber nie überfordern. Das heisst, sie müssen immer wieder überprüft und angepasst werden.

Bewährte Aktivitätsangebote:

  1. Musikalische Aktivierung (Rhythmus, Singen)
  2. Aktivierung durch Erinnerungspflege (10-Minuten-Aktivierung, Reminiszenztherapie), Fotos, Erinnerungsstücke
  3. Spiele (Gesellschaftsspiele, Bewegungsspiele)
  4. Familien- und hausarbeitsorientierte Beschäftigungen
  5. Tiergestützte Therapie
  6. Gestalterische und handwerkliche Tätigkeiten
  7. Wahrnehmungsförderung (sinnliches Erleben)
  8. Snoezelen

Weiterführende Literatur

  • Tschan, E. (2010). Integrative Aktivierende Alltagsgestaltung. Konzept und Anwendung. Bern.
  • Mötzing, G. (2013). Beschäftigung und Aktivitäten mit alten Menschen (3. Aufl.). München.
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