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Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

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Maltherapie

Malen kann bei Menschen mit einer Demenzkrankheit als Alltagsaktivität oder therapeutisch eingesetzt werden. Dies gilt auch für Menschen mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung und einer Demenzerkrankung.

Malen als Alltagsaktivität
Zielsetzung dieses Angebotes ist das Schaffen eines positiven Ereignisses durch das konkrete Erleben der eigenen Kreativität und das Erfahren des Wert-Seins im Prozess und im Resultat. Das Malen kann dazu beitragen, das abnehmende Selbstwertgefühl ein Stück weit zurückzugewinnen. Es dient als begleitende Massnahme um die momentane Lebensqualität zu erhöhen. Daneben gilt es auch die verbliebenen Fähigkeiten zu erhalten.  Das Malen in der Gruppe kann zudem ein positives Gemeinschaftserlebnis erzeugen.

Beim Malen kann eine neue Beziehungsebenen zwischen den anleitenden Personen und den an Demenz erkrankten Menschen entstehen. Die Begleitpersonen lernen die Menschen beim Malen vielleicht von einer ganz neuen Seite kennen wie beispielweise unvermutete Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Äusserungsfähigkeiten.

In den frühen Phasen der Krankheit kann das Malen durch die Vorgabe und Einleitung von Themen (Kerze, Schneemann, Baum, Schiff, Regenbogen u.a.) angeregt werden.

Ausdrucksmalen

Im begleiteten Ausdrucksmalen (meist in Kleingruppen) geht es darum, ohne Themen schöpferisch tätig zu sein und sich an Sinnes- und Körperimpulsen zu orientieren. Diese Form eignet sich genauso für Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz wie auch bei Menschen mit einer geistigen oder mehrfachen Behinderung.

Das Malen soll in einem zweckmässig eingerichteten Raum stattfinden, der Ruhe und Stille ausstrahlt. Gemalt wird – falls möglich – stehend. Eine Malstunde hat normalerweise einen rituellen, gleichbleibenden Ablauf. Die Malenden haben allen Freiraum, mit Farben und Formen das zu Papier zu bringen, was sie im Moment gerade bewegt und beschäftigt.

Weiterführende Literatur

  • Kiessling, B., Kiessling, H., Osten, B. (2014). Malen mit Demenz. Das Praxishandbuch. 15 erprobte Beispiele für Angehörige, Pflegekräfte und Pädagogen. Frankfurt am Main.
  • Sulser, R. (2010). Ausdrucksmalen für Menschen mit Demenz (2. Aufl.). Göttingen.
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