CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Demenz - Gerontagogik und Therapeutische Ansätze - Naturgestützte Therapie
Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

Demenzbox – Geragogik, Gerontagogik und Therapeutische Ansätze > THERAPEUTISCHE ANSÄTZE

Naturgestützte Therapie

Verschiedene Untersuchungen zeigen eine positive Wirkung auf das Einbeziehen der Natur in den Alltag von Menschen mit einer Demenzerkrankung. Bereits der Blick in die Natur und ins Freie ermöglicht oft eine hilfreiche Orientierung in Bezug auf den Wechsel der Tages- und Nachtzeit wie auch auf die verschiedenen Jahreszeiten. Eine natürliche Umgebung kann bei Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz Agitiertheit (krankhafte Unruhe) und Aggression verringern. Weil die Natur anregend auf die Sinne wirkt, kann dieser Ansatz auch im Sinne einer multisensorischen Therapie für Menschen mit einer Demenzerkrankung dienen.

Das gezielte Einbeziehen der Natur erfordert das Vorhandensein von gewissen baulichen Voraussetzungen. Besonders wichtig ist eine gute Verbindung zu Aussenräumen, die auch demenzgerecht gestaltet ist.

Aber bereits die Höhe und die Positionierung der Fenster und Möbel, der Ort und die Gestaltung der Übergangsbereiche sowie die Einbeziehung überdachter Wege oder Kreuzgänge können förderlich oder hinderlich wirken. Die Schnittstellen zwischen Innen- und Aussenbereich sind möglichst durchlässig zu gestalten.

Gezielte Aktivitäten im Freien können das Wohlbefinden und die Interaktion fördern. Dazu gehören:

  • Selbstständig barrierefrei nach draussen gehen
  • Spaziergang machen
  • Im Garten sitzen
  • Gartenarbeiten
  • Haushaltarbeiten im Garten erledigen
  • Ausflüge in die Natur machen

Die Natur lässt sich aber auch ins Haus holen, indem man natürliche Elemente oder naturbezogene Aktivitäten in die Alltagsgestaltung einbindet. Dazu gehören zum Beispiel Zimmerpflanzen, Schnittblumen, Gegenstände aus der Natur,  etc., die man sammelt.

Allerdings kann der Umgang damit im Alltag zu Schwierigkeiten führen. Menschen mit Demenz können Blumen und Blätter pflücken und essen oder Pflanzen unkontrolliert giessen.

Möglichkeiten für naturbezogene Aktivitäten

  • Massage mit Aromaölen (Aromatherapie)
  • Gartenarbeiten
  • Basteln und Handwerken mit Naturprodukten
  • Kochen
  • Backen
  • Floristische und dekorative Aktivitäten (den Jahreszeiten entsprechend)

Bei Menschen mit Epilepsie oder Hirnverletzungen muss mit stark riechenden Aromen vorsichtig umgegangen werden. Diese können Kopfschmerzen, Übelkeit und auch Anfälle hervorrufen. Ebenfalls ist Vorsicht geboten bei allfälligen Allergien.

Weiterführende Literatur
Chalfont, G. (2010). Naturgestützte Therapie. Tier- und pflanzengestützte Therapie für Menschen mit Demenz planen, gestalten und ausführen. Bern.
Kanton Bern & Stadt Bern (Hg.). (2009). Gestaltung von Aussenräumen für Demenzkranke. Empfehlungen für Institutionen und Baufachleute. Zugriff am 11.01.2018.

Zurück
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln