CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Demenz - Gerontagogik und Therapeutische Ansätze - Spiritualität, religiöse Feiern / Religiosität – Einleitung
Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

Demenzbox – Geragogik, Gerontagogik und Therapeutische Ansätze > SPIRITUALITÄT / GOTTESDIENST

Spiritualität, religiöse Feiern / Religiosität – Einleitung

Im französischen Kulturraum wurde mit spiritualité seit dem 17. Jahrhundert vor allem in der katholischen Ordenstradition die persönliche Beziehung des Menschen zu Gott bezeichnet. Diese hatte in etwa die Bedeutung von «persönlicher Frömmigkeit», persönlicher Glaube. In der angelsächsischen Tradition hingegen sind mit spirituality die Antworten auf die Grundfragen des menschlichen Lebens gemeint.

Spiritualität und Religiosität sind nicht gleichzusetzen. Mit Religiosität sind die Glaubensinhalte und die religiöse Praxis in einer bestimmten Religionsgemeinschaft gemeint. Die Verbindung besteht darin, dass alle Religionen versuchen, auf die genannten Grundfragen des Lebens konkrete Antworten zu geben und sie zu durch eine religiöse Praxis zu gestalten. So liefern sie zum Beispiel bestimmte Antworten und Vorstellungen, was nach dem Tod sein wird (Dimension Verlusterfahrungen, Tod).

Bei der Generation der gegenwärtigen Menschen im hohen Alter (85 plus) in Institutionen kann durchaus davon ausgegangen werden, dass sie in der Regel in einem christlichen Kontext aufgewachsen sind. Allerdings sind die spezifischen Prägungen zum Beispiel in den verschiedenen Konfessionen (reformiert oder katholisch) und der konkreten sozialen Umwelt (Stadt oder Land, Minderheit oder Mehrheit, konkretes Elternhaus) von grosser Bedeutung.

Der deutsche Diplomat, Psychotherapeut und Zen-Lehrer Karlfried Graf Dürckheim (1896–1988) geht von drei Grundängsten des menschlichen Lebens aus: Angst vor dem Alleingelassen sein, Angst vor Verlusterfahrungen, Angst vor der Sinnlosigkeit. Wichtig sind deshalb:

  • Aufgehobensein, Getragensein, Geborgenheit
  • Kraft, Zuversicht, Hoffnung
  • Sinn, Ordnung Klarheit

Die Vermutung besteht, dass sich diese drei Dimensionen von Spiritualität im Verlauf einer Demenzkrankheit in ihrer Wichtigkeit verändern. Bis zuletzt hat der Aspekt von Aufgehoben sein, Getragen sein, Geborgenheit eine grosse Bedeutung.

Zurück
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln