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Gerontagogik und Therapeutische Ansätze

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Wirkung von Musik und neurophysiologische Aspekte

Der Hörsinn ist der erste Sinn des Menschen, der sich während der Schwangerschaft entwickelt, den schon im 6. Schwangerschaftsmonat, kann der Fötus Geräusche wahrnehmen.  Das Gehör ist aber auch der letzte Sinn, der seine Funktion aufgibt. Ausser über das Hören nehmen die bettlägerigen Menschen mit einer Demenz die Umwelt kaum noch wahr. Durch Musik spricht man Menschen in dieser letzten Phase der Demenz auf besondere Art und Weise an.

Beim Einsatz von Musik sind verschiedene Aspekte zu beachten:

  • Biografie/Biografiearbeit
  • Aktuelle Befindlichkeit und Lebenssituation
  • Art der Demenzerkrankung
  • Phase der Erkrankung

Neurophysiologische Aspekte

Musik ist in der Lage, auch Menschen mit einer starken kognitiven Einschränkung zu erreichen. Die verschiedenen Parameter der Musik (Rhythmus, Tempo, Melodie) stimulieren unterschiedliche Hirnareale. Musik ist im Gehirn weit vernetzt. Es gibt kein separates Musikareal, sondern gemeinsame neuronale Systeme. Dadurch findet sich immer eine Ebene, die noch angesprochen werden kann. Insbesondere die sprachlichen Areale des Gehirns werden durch Musik aktiviert. Musik ermuntert also quasi dazu, sich verbal zu äussern.

Beim Hören von Musik werden die verschiedenen Gedächtnisstrukturen des Gehirns gleichzeitig aktiv. Wichtig sind die Erinnerungen im Langzeitgedächtnis. Sie stellen Kategorien dar und werden als Prozess abgerufen. Dadurch entstehen Assoziationsketten. Ein Lied kann für ein paar Minuten in die eigene Schulzeit zurückversetzen, wenn es in der Schule gelernt wurde.

Emotionen, die durch Musik erzeugt werden, werden in spezifischen Anteilen des limbischen Systems verarbeitet. In dieser Gegend des Stammhirnes werden vegetative Prozesse gesteuert (Atmung, Pulsschlag usw.) und auch der Hormonhaushalt. Beim Hören von Musik kann also auch eine vegetative, nicht willkürlich steuerbare Reaktion ausgelöst werden.

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