CURAVIVA Schweiz - Fachinformationen - Demenz - Qualität und Qualitätssicherung - H.I.L.DE. – Instrument zur Erfassung der Lebensqualität
Qualität und Qualitätssicherung

Demenzbox – Qualität und Qualitätssicherung > H.I.L.DE. – HEIDELBERGER INSTRUMENT ZUR ERFASSUNG DER LEBENSQUALITÄT DEMENZKRANKER MENSCHEN

H.I.L.DE. – Instrument zur Erfassung der Lebensqualität

H.I.L.DE., das Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen ist das Ergebnis einer sechsjährigen Forschungsarbeit am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg unter der Gesamtverantwortung von Prof. Dr. Andreas Kruse. Ziel war es, ein Verfahren zu erarbeiten, das strukturierte und standardisierte Kriterien zur Beurteilung des subjektiven Befindens bzw. der empfundenen Lebensqualität von Menschen mit einer Demenzerkrankung zur Verfügung stellt. Mit diesem Instrument soll es möglich sein, Bedarfslücken in der Versorgung in stationären Einrichtungen zu schliessen. Dabei geht es um das Festlegen einer Begleitungs-, Betreuungs- und Pflegequalität, die sich an den individuellen Bedürfnissen des einzelnen Menschen, der an Demenz erkrankt ist, orientiert. 

Bedeutung des Instruments für den Pflegealltag
Das Instrument dient in dreifacher Hinsicht zur Qualitätssicherung im Pflegealltag:

  1. Sensibilisierung für Unterschiede zwischen zwei oder mehreren Personen im Erleben von Situationen und in den Reaktionen auf diese (intraindividuelle Unterschiede). Gefördert wird damit der Zugang zur Individualität des Erlebens und Verhaltens. Aber auch die Wahrnehmung der Pflege- und Betreuungspersonen für die Kompetenzen und Ressourcen der Menschen, die an Demenz erkrankt sind, wird unterstützt.
  2. Sensibilisierung der Pflege- und Betreuungspersonen im Hinblick auf den Einfluss, den ihr Handeln auf die emotionale Befindlichkeit der Menschen, die an Demenz erkrankt sind, hat.
  3. Verbesserung der Lebensqualität durch die Reflexion des eigenen Handelns der Pflege- und Betreuungspersonen und die dadurch verstärkte Orientierung an der aktuellen psychischen Situation des an Demenz erkrankten Menschen. Aber auch mit Blick auf das Pflege- und Betreuungspersonal, namentlich auf die subjektive Kontrollüberzeugung, und damit für die berufliche Zufriedenheit können sich positive Effekte zeigen.

Dimensionen der Lebensqualität
Inhaltlich gliedert sich das Instrument in Erfassungsbereiche, in denen sowohl umwelt- und personenbezogene Ressourcen als auch das individuelle Wohlbefinden und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben als Merkmale erlebter Lebensqualität eingeschätzt, beobachtet oder erfragt werden:

A: Medizinische Versorgung und Schmerzerleben
B: Räumliche Umwelt
C: Aktivitäten
D: Soziales Bezugssystem
E: Emotionales Befinden und Lebenszufriedenheit

Weiterführende Literatur
Projektwebsite H.I.L.DE. - Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität Demenzkranker (2003-2009). Besucht am 22.02.2018.

Becker, S., Kaspar, R., Kruse, A. (2011). H.I.L.DE. Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen (H.I.L.DE.). Bern.

Zurück
Zu Desktop-Ansicht wechseln Zu Mobile-Ansicht wechseln