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Wohngemeinschaften und Wohngruppen

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Wohngemeinschaften und Wohngruppen

Viele Menschen mit einer Demenzerkrankung haben keinen Partner, der rund um die Uhr präsent sein kann. Sie wohnen heute zunehmend in Wohngemeinschaften. Wohngemeinschaften befinden sich oft in Wohnungen bzw. Häuser mit einem grossen Garten. Die Intensität der Betreuung und Begleitung richtet sich nach den Bedürfnissen der Bewohner-/innen.

Als geeignete Wohnform für Personen mit einer mittleren bis schweren Demenzerkrankung hat sich das Konzept der Wohngruppe herauskristallisiert. Diese befinden sich oft in einer Institution für ältere und kranke Menschen. Dabei ist die Gruppengrösse immer wieder ein Diskussionspunkt. Einigkeit besteht darin, dass die Wohngruppe mit sechs bis acht Bewohnenden am besten funktioniert. Diese Wohnform eignet sich auch für Menschen mit einer geistigen Behinderung und einer Demenzerkrankung.

Folgende Merkmale sind beim Aufbau einer solchen Wohngruppe zu beachten:

  • Räumlich abgrenzbarer Wohnbereich
  • Wohnküche als soziale Mitte mit Ess- und Aufenthaltsbereich
  • Weitere gemeinschaftliche Aufenthaltsmöglichkeiten, z.B. mit Sitznischen
  • Direkter Zugang zum Aufenthalt im Freien (geschützter Bereich)
  • Sicherung der Ausgänge, um ein unbemerktes Verlassen zu verhindern
  • Vorhandensein eines Begleitkonzepts, das auf das Wohlbefinden und die subjektive, individuelle Lebensqualität zielt
  • Milieutherapeutische Anpassung der räumlichen, organisatorischen und sozialen Bedingungen an die individuellen Bedürfnisse der Bewohnerinnen
  • Einbezug der einzelnen Biographien
  • Feste Tagesstruktur, die zugleich Flexibilität für ein an den aktuellen Bedürfnissen orientiertes Arbeiten ermöglicht
  • Angemessener Personalstellenplan und angemessene Personalqualifikation
  • Einbinden von Angehörigen in die Begleitung und die Betreuung sowie das Alltagsleben der Gruppe
  • Die betreuenden Personen verstehen sich nicht als Pflegepersonen, sondern als unterstützende «Hilfskräfte» oder Lebensbegleiter.

Wenn die funktionalen Fähigkeiten weiter abnehmen und die Menschen infolge der fortgeschrittenen Demenzkrankheit kaum mehr über die Kompetenzen verfügen, die Aktivitäten des täglichen Lebens und die Alltagsgestaltung selbständig auszuführen, wird der Lebensraum nach und nach bedeutungslos. In dieser Phase ist die personenbezogene, zugewandte, liebevolle und sorgfältige Pflege und Begleitung das Wichtigste.

Konkrete Gestaltungsprinzipien und Gestaltungsvorschläge zur Wohnform «Demenzwohngruppe» finden sich in der Demenzbox «Architektur».

Weiterführende Literatur
Kuhn, C., Radzey, B. (2005). Demenzwohngruppen einführen. Ein Praxisleitfaden für die Konzeption, Planung und Umsetzung. Demenz Support Stuttgart. Stuttgart.
Heeg, S., Bäuerle, K. (2006). Demenzwohngruppen und bauliches Milieu. Beispiele für Umbau und Innenraumgestaltung. Demenz Support Stuttgart. Stuttgart.
Ding-Greiner,Ch.,  Kruse,, A. (2009). Betreuung und Pflege geistig behinderter und chronisch psychisch kranker Menschen im Alter. Stuttgart.

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